Aktuelles

ADHS: Wenn Zappelphillipp erwachsen wird

Eine Radiosendung des WDR vom 27.01.2017

http://www1.wdr.de/mediathek/audio/wdr5/wdr5-leonardo-hintergrund/audio-adhs-wenn-zappelphillipp-erwachsen-wird-100.html
 



 

Masterarbeit zum Thema:     "Einfluss von AD(H)S auf das Familienleben"

Die AG ADHS unterstützt Bamberger Studentinnen bei einer Umfrage zu ihrer Masterarbeit.

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir bitten Sie um Ihre Mithilfe. Im Rahmen unserer Masterarbeit an der Universität Bamberg führen wir eine Befragung zur Aufmerksamkeits-/(Hyperaktivitäts)störung, kurz AD(H)S, durch. Mit Hilfe dieses Fragebogens wollen wir herausfinden, inwiefern AD(H)S das Familienleben bzw. den Familienalltag beeinflusst.
Als kleinen Anreiz verlosen wir für die Teilnehmer der Umfrage zwei Amazon-Gutscheine im Wert von je 10 Euro.
Wir wären Ihnen sehr dankbar, wenn Sie diesen Link auch an geeigente Patienten weiterleiten würden.
Mit freundlichen Grüßen,
Nadja Fischer und Tina Harnisch

http://evasys.uni-bamberg.de/evasys/online.php?p=ADHS2015

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Neuer ADHS-Spot: „Tom trommelt“

Im Rahmen der Informationskampagne „ADHS und Zukunftsträume“ ist ein Spot zum Thema ADHS entstanden. Unter dem Titel „Tom trommelt“ vermittelt das kurze Video einen Eindruck davon, was es bedeuten kann, ADHS zu haben. Der Spot ist auf der Kampagnen-Website abrufbar:

http://adhs-zukunftstraeume.de/content/ADHS-Spot.aspx

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Was die Wissenschaft sagt und was die Presse daraus macht

Kinder- und Jugendarzt, 45. Jg. <2014> Nr. 7

Anfang Mai erfuhren die Leser der Frankfurter Allgemeine die medikamentöse ADHS-Behandlung werde oft abgebrochen wegen der Nebenwirkungen ...  

(bitte hier pdf-Datei laden und weiterlesen)

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Generation ADHS - Gesellschaftliches Problem oder neurobiologische Störung?

pädiatrie hautnah 2014; 26 (2)

Die Zahl der Kinder mit der Diagnose ADHS steigt stetig an. Deshalb wird häufig von einer Modediagnose gesprochen. Die Familien- und Eigenanamnesen der meisten Kinder mit ADHS - die ich in meiner Praxis sehe - bestätigen jedoch nicht die Hypothese einer primären Mutter-Kund-Beziehungsstörung als Ursache...

(bitte hier pdf-Datei laden und weiterlesen)

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Stellungnahme zum Barmer GEK Arztreport 2013 vom 29.1.2013

Die ADHS (Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung) gehört zu den häufigsten Verhaltensstörungen im Kindes- und Jugendalter. Im letzten Jahrzehnt wurde diese Störung intensiv beforscht. Nach heutigem wissenschaftlichem Kenntnisstand ist davon auszugehen, dass ADHS eine neurobiologische Störung ist. Sie führt zu einer Dysfunktion von neuronalen Netzwerken, die für die Impulskontrolle, das Arbeitsgedächtnis und die Motivation erforderlich sind. Diese Störung wird überwiegend vererbt, selten können schädigende exogene intrauterine oder perinatale Einflüsse ebenfalls zu einer ähnlichen Netzwerkstörung führen. Ungünstige Umweltfaktoren können die Dysfunktion und damit die klinische Symptomatik verstärken. Ein unbehandeltes ADHS kann, wie alle Langzeitstudien zeigen, zu einer gestörten psychosozialen Entwicklung führen. Folgen davon können fehlende soziale Integration, Schulabbruch, Arbeitslosigkeit und Depressionen sein. Studienbelegt kommt es überdurchschnittlich häufig zu Unfällen, Sucht, Kriminalität und Suizid.

Vor diesem Hintergrund ist es begrüßenswert, dass die Krankenkassen GEK/Barmer den Schwerpunkt ihres diesjährigen Arzneimittel-Reports auf die Epidemiologie und Therapie der ADHS legen. Schon die KIGGS-Daten (Langzeitstudie des Robert Koch-Instituts zur gesundheitlichen Lage der Kinder und Jugendlichen in Deutschland) nachzulesen im Bundesgesundheitsblatt, Gesundheitsforschung, Gesundheitsschutz 2007, zeigten für Deutschland valide Daten: 7,9 % der Jungen im Alter von 0-17 Jahren erhielten die Diagnose ADHS und 1,8% der Mädchen im gleichen Alter. Dies entspricht den internationalen Daten und stellt keine Überdiagnostik dar. 1,5% der Jungen im Alter von 0-17 Jahren wurden mit Stimulantien behandelt und 0,3% der Mädchen. Auch hier ist nicht von einer medikamentösen Übertherapie zu reden.

Umso erstaunlicher ist die Interpretation der von den Krankenkassen GEK/Barmer erhobenen Daten.

  • Es ist nicht nachzuvollziehen, wenn von einer Modediagnose, Übertherapie und von „Schuldoping“ gesprochen wird (denn nur 20% aller Jungen und Mädchen mit einer ADHS werden medikamentös behandelt).
  • Es ist nicht nachzuvollziehen, wenn die Krankenkassenvertreter sich darüber beklagen, sie müssten für die Ruhigstellung von Kindern bezahlen. (Darum geht es bei der Therapie mit ADHS nicht: es werden Unaufmerksamkeit, Impulsivität und motorische Hyperaktivität behandelt)
  • Es ist nicht nachzuvollziehen, dass ADHS durch Überforderung von jungen und unerfahrenen und sozial schwachen Eltern entstehen soll (ADHS wird vererbt, selbstbetroffene Jugendliche/Erwachsene haben (studienbelegt) früher eigene Kinder als nicht betroffene Erwachsene. Sie sind häufiger arbeitslos und/oder ohne Schulabschluss. Dies führt zu sozialen Problemen. Es ist daher zu erwarten, dass Kinder und Jugendliche mit ADHS jüngere und sozial schwächere Eltern haben.

Anstatt Eltern, die gemeinsam mit ihren Kindern am meisten unter der ADHS leiden, für unfähig, Lehrer für uninteressiert und Ärzte für inkompetent und nachlässig zu halten und allen drei Gruppen Schuld zu zuweisen, sollten die Krankenkassen aus ihren Daten folgende Konsequenzen ziehen:
                Die ADHS ist eine häufige und ernst zu nehmende Störung. Im Interesse des Kindeswohls ist eine frühzeitige, sorgfältige und validierte Diagnostik und Therapie unbedingt erforderlich. Es existiert seit 2009 der interdisziplinär erstellte ADHS-KBV-Vertrag, unterstützt vom Bundesgesundheitsministerium. Dieser Vertrag beinhaltet die Diagnostik und Therapie der ADHS, in Kooperation von Kinder-/Jugendärzten, Kinder-/Jugendpsychiatern und Kinder-/Jugendlichenpsychotherapeuten, mit adäquater Aufwandsentschädigung und einem gestaffelten therapeutischen Angebot. Dieser Vertrag wird bisher außer in Baden-Württemberg und Bremerhaven von nur von wenigen Krankenkassen übernommen. Es ist davon auszugehen, dass ein bundesweiter Einsatz des ADHS-KBV-Vertrages - incl. der Aufwandsentschädigung -  die Diagnostik und Therapie der Kinder mit ADHS vereinheitlichen und verbessern würde. Die Krankenkassen und auch die GEK/Barmer sollten im Interesse des Kindeswohls den ADHS-KBV-Vertrag akzeptieren, umsetzen und bundesweit als Vertragspartner auftreten.

Dr. Kirsten Stollhoff                                                                                      Dr. Klaus Skrodzki

    Vorsitzende                                                                                   stellvertretender Vorsitzende

                               der AG ADHS der Kinder- und Jugendärzte e.V.

                                         Hamburg/Forchheim, am 1.2.2013

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ADHS als Medienthema

Die Kritik an der Diagnose ADHS und der Behandlung der Betroffenen hat derzeitig in den Medien wieder Hochkonjunktur. Zu allen Berichten Stellung zu beziehen ist zeitlich nicht möglich. Hier soll auf 3 aktuelle Berichte eingegangen werden, die in zahlreichen Zeitungen zitiert und kommentiert werden.

  1. Barmer GEK Arztreport 2012: Im Arztreport selbst erscheint der Begriff „ADHS“ nicht. In der Pressemitteilung der Barmer GEK heißt es, dass mittlerweile jeder 10. neunjährige Junge (9,6%) und 6% der 9jährigen Mädchen zum Psychiater/Neurologen gehen, 60% der Jungen und 40% der Mädchen mit der Diagnose ADHS. Diese Aussagen sind sehr unsauber und damit auch sehr kritisch zu sehen: es handelt sich ja wohl überwiegend nicht um Neurologen/Psychiater, sondern um Kinder- und Jugendpsychiater, Neuropädiater und SPZs. Es wird auch nicht getrennt, ob es eine Abrechnungsdiagnose mit der Fragestellung ADHS ist, oder eine Krankheits- und Behandlungsdiagnose. Und es wird die Frage nach einer „Modekrankheit“ aufgeworfen. Diese Aussagen wurden von den Medien gierig aufgesaugt und vereinfacht in vielen Regionalzeitungen weiter verbreitet (Dazu auch ein Kommentar von ADHS-Deutschland).
  2. Im Spiegel Nr. 6/6.2.2012 lässt sich Jörg Blech unter dem Titel „Die gestresste Seele“ neben „Burn-out“ und „Depression“ ganz nebenbei auch über ADHS aus. Dabei werden die Klischees wiederholt, die z.B. schon im Spiegel Nr. 29/15.7.2002 verbreitet wurden („erfundene Krankheit“), nur dass jetzt auch noch endlich der Erfinder von ADHS – Leon Eisenberg – benannt wird. Wissenschaftlichen Fakten entspricht das Ganze jedoch nicht. Auch diese Aussagen werden in anderen Blättern als Tatsachen aufgegriffen und wiederholt.
  3. Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung vom 12.2.2012 Nr. 6 widmet dem Thema sogar die Seiten 1-3, mischt wenige, dünne Fakten mit Meinungen und aus dem Zusammenhang gerissenen Zitaten, fügt einige Politikeraussagen (die das Gleiche schon vor Jahren gesagt und die Gelegenheit zur Diskussion mit den Betroffenen nicht wahrgenommen haben) hinzu, ziert das Ganze mit der roten Riesenkugel der verordneten Methylphenidat-Menge und kommt so der Laienvorstellung der unfähigen Eltern und der begeistert Medikamente verordnenden Ärzte entgegen. Das Leiden der Kinder und ihrer Familien wird ausgeblendet, die Wirkung der Medikamente ins Negative verkehrt und die Ängste vor Nebenwirkungen geschürt.

Gegen diesen schlechten Journalismus zu argumentieren ist sinnlos, denn alles Sachliche dazu ist an vielen Stellen schon gesagt und nachlesbar (z.B.http://www.adhs.info/).

Die zitierten Ärzte wurden missverstanden, ihre Aussagen verkürzt und in einen anderen Zusammenhang gestellt oder sinnentstellend verknüpft. Leider geht man, wenn man sich auf Interviews oder die Zusammenarbeit mit den Medien einlässt – in der Hoffnung mehr Sach- und Fachwissen zu verbreiten – immer ein hohes Risiko ein, für andere journalistische Ziele missbraucht zu werden

Wie ADHS sinnvoll zu diagnostizieren und zu behandeln ist, steht in unserer Leitlinie (www.ag-adhs.de), wie man das praktisch umsetzt, kann man im Durchführungsprotokoll des Zentralen ADHS-Netzes nachlesen und um eine angemessene Honorierung für diese wichtige Arbeit kämpft die AG ADHS der Kinder- und Jugendärzte e.V. mit den BVKJ zusammen seit Jahren.

Informieren Sie sich bei uns und anderen seriösen Informationsstellen:www.BZGA.de.

Als Kinder- und Jugendarzt werden Sie Mitglied in der AG ADHS, arbeiten bei uns mit und betreuen die Patienten mit einer ADHS und ihre Familien sachgerecht, dauerhaft und frei von Zeitgeist und Ideologien!

Lassen Sie sich nicht von den Medien falsch informieren, verschrecken und von der eigentlichen ärztlichen Arbeit abhalten.

Dr. Klaus Skrodzki, Stellvertretender Vorsitzender der AG ADHS der Kinder- und Jugendärzte e.V., Februar 2012

Weitere Informationen auf den Seiten der Selbsthilfe ADHS-Deutschland e.V. mit einem Kommentar des 2. Vorsitzenden Dr. Johannes Streif unter www.adhs-Deutschland.de